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„Hör es
klagt die Flöte wieder und die kühlen Brunnen rauschen, golden
wehen die Töne nieder, stille ,stille, lasst uns lauschen“
(aus C. Brentano „Abendständchen“)
In der
Komposition des romantisch ausschwindenden „Abendständchen“
auf einen Text von Brentano von Hans-Martin Linde (*1930) -
bekannter Flötist, Dirigent, Komponist, Maler und Lehrer -
klingt die Idee eines Zwiegesanges von Singstimme und
Flöteninstrument an.
Im rätselhaften
„Eingang“ und dem geradezu experimentellen „Lahmen Weber“ liegt
der Reiz darin, mit zwei Stimmen die unwirkliche Stimmung der
Texte einzufangen.
Stimme und
Blockflöte – beide vom Atem getragen – versuchen hier, den
„verborgenen Zusammenhang des Entlegensten“ (Eichendorff über
Brentano) aufzudecken.
„Nachtzang“
von Karel van Steenhoven (*1958) entstand 1983 und wurde durch
ein Gedicht A. Roland Holsts inspiriert, in dem ein ritueller
Gesang beschrieben wird, der Menschen in eine andere Realität
entführt. Steenhoven, seit 1995 Professor für Blockflöte an der
Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe, studierte nach seinem
Solistenexamen Komposition bei Robert Heppener und Tristan
Keuris. Er ist Gründungsmitglied des "Amsterdam Loeki Stardust
Quartet“.
Eine modale
achttönige Melodie, welche immer wieder anders bearbeitet wird,
bildet die Basis für die 3 Teile von „Nachtzang“, die ineinander
übergehen. Im 1.Teil bildet die Stimme quasi einen Cantus firmus,
über dem die Flöte ein „freitonales“ Perpetuum spielt, welches
langsam melodisch beeinflusst wird. Im 2.Teil sind Flöte und
Gesang verwoben und beschreiben in kurzen Gesten den Streit des
Atonalen gegenüber der unabänderlichen Kraft der Melodie. Im
letzten Teil ist die Melodie zwingend im Ostinato vorhanden,
während sich das Perpetuum in der Flöte in einem schnellen
Prozess auflöst.
Die
Mitwirkenden
Almut Werner,
Blockflöten
Almut Werner, geboren 1968, studierte
Blockflöte und historische Aufführungspraxis bei Michael Schneider an
der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Franfurt a.M. und
schloss es mit der künstlerischen Reifeprüfung bei Angela Hug und
Winfried Michel in Kassel ab. Meisterkurse bei Frans Brüggen,
Walter van Hauwe, Matthias Weilenman und Han Tol rundeten ihre Ausbildung ab.
Während eines Japanaufenthaltes studierte sie Shakuhachi (japanische Banbusflöte)
bei Christopher Yomei Blasdel in Tokio und erstellte Transkriptionen
für Blockflöte „Rokudan no shirabe“ und „Chidori no Kyoku“.
Neben ihrer Konzerttätigkeit ist sie zudem als Instrumentalpädagogin tätig
und hat in diesem Zusammenhang mehrere Musikwerke für Kinder veröffentlicht.
Seit vielen Jahren konzertiert sie solistisch und als Mitglied verschiedener Ensembles.
Almut-Maie Fingerle,
Gesang
Stephan Aufenanger, Orgel
und Continuo,
geboren am 01.06.1973 in
Paderborn studierte an der Hochschule für Musik und darstellende
Kunst Heidelberg-Mannheim Schulmusik und Orgel, an der
Universität Mannheim Französisch und Pädagogik. Nach seiner
Promotion im Fachbereich Musikwissenschaft der Universität
Frankfurt ist er seit September 2004 Lehrer am
Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe. Neben seiner Tätigkeit als
Organist und Chorleiter an St. Josef in Mannheim konzertiert er
regelmäßig als Begleiter, Continuospieler (u.a. mit dem Bremer
Barockorchester) und solistisch an der Orgel.
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